Sommeruni 2010: Die ökologische Krise: Welche globalisierungskritische Antworten?

Ab sofort ist es möglich sich für die Attac Sommeruni 2010 anzumelden!

Wir konnten ein umfangreiches Programm zusammenstellen. Auch als PDF verfügbar.

Bereits Freitag am späteren Nachmittag zeigen wir den Film "Solutions locales pour un désordre global" von Coline Serreau im nahe gelegenen Cinéma de la Grange. Am Abend folgt das Eröffnungspodium zum Thema Grüne Globalisierungskritik: Herausforderungen und Perspektiven.

Am Samstag stehen am Vormittag und am Nachmittag jeweils 3 interessante Workshops zur Auswahl. Am Abend folgt ein weiteres Podium: 20 Jahre nach dem "Ende der Geschichte" - Wo stehen wir heute?

Einführung

„Der Kapitalismus zerstört das was er für seine Reproduktion benötigt: die Arbeit und die Natur.“ Die Entwicklungsweise des Kapitalismus wurde durch die Logik der Profitmaximierung induziert. Diese produktivistische Logik wurde durch die neoliberale Politik, welche seit mehr als ein Viertel Jahrhundert auf die Privatisierung der Güter und Dienstleistungen und die Vermarktung des Lebens zielt, verstärkt. So wurde die Möglichkeit des sozialen Fortschritts durch die Verschlechterung der Umwelt- und Lebensbedingungen gefährdet.

Diese Feststellung führt uns zu den zentralen Fragen der Analysen und Aktionen der globalisierungskritischen Bewegung angesichts der ökologischen Krise: Wie können wir uns die soziale Frage aneignen, ohne die Sicht auf die ökologische Frage zu verlieren und umgekehrt?

Heute trifft die Diskussion um die ökologische Frage unterschiedlichste Felder: die Klimaerwärmung, die „grüne“ Produktion, der Konsum umweltschonender Produkte, die Landwirtschaft, die klimatischen Flüchtlinge, der Welthandel, der Boden, die Ozeane, etc. Diese Felder verlangen sehr diverse und teilweise spezifische Antworten. Es geht darum, die Verbindungen zwischen den Themen und die Globalität der Herausforderungen nicht aus den Augen zu verlieren. Wie können wir mit dieser Schwierigkeit umgehen?

Eine linke Antwort darauf ist: „Der Green New Deal“, also ein Konzept der ökologischen Wende innerhalb Kapitalismus, welche eine staatliche Intervention verlangt, um eine ökologische Transformation der Industriegesellschaft voranzutreiben. Reicht jedoch ein solches Projekt aus? Die Herausforderung linker Kräfte sind einerseits die Befriedigung des sozialen Bedürfnisse, sowohl auf nationaler, wie auch europäischer und globaler Ebene, andererseits die einzuführenden Lösungen gegen die ökologische Krise. In diesem Sinne stellen sich die Fragen: Kann der grüne Kapitalismus die sozialen Bedürfnisse befriedigen und gleichzeitig die Umwelt respektieren? Welche sind die globalisierungskritischen Antworten auf die ökologische Krise? Welche Kämpfe weisen uns den Weg, um die Kapitallogik der Umweltzerstörung zu überwinden? Welche Hinweise für die sozialen und ökologischen Kämpfe? Welche Verbindung zwischen sozialer und ökologischer Frage?

Diese Fragen werden wir an unserer Sommeruni behandeln, die vom Freitag, 3. bis Sonntag, 5. September 2010 in Delémont stattfinden wird. Wir freuen uns sehr, euch zahlreich anzutreffen.